Programm | Program

Entangled history medial gedacht:

Internationale und transkulturelle Kommunikationsgeschichte

14. bis 16. Januar 2016 in Dortmund

Jahrestagung der
Fachgruppe Internationale und Interkulturelle Kommunikation und der Fachgruppe Kommunikationsgeschichte der DGPuK

gemeinsam mit dem Institut für Zeitungsforschung Dortmund

und dem Institut für Journalistik der TU Dortmund

Bei der historischen Betrachtung von inter- und transnationaler Kommunikation wird traditionell mit dem Projekt der (Früh-)Aufklärung seit Ende des 17. Jahrhunderts begonnen. Der Aufstieg der modernen, inzwischen klassischen Massenmedien Zeitung, Film und Rundfunk bildete eine zentrale Grundlage für spezifische Vergesellschaftungsprozesse innerhalb der europäischen Nationalstaaten: Organisationsstrukturen und Herstellungsbedingungen, nicht zuletzt Regulierungen von Medienkommunikation sind hier zu nennen. Sie haben sich auf die Formierungs- bzw. Reformierungsprozesse von Öffentlichkeit ausgewirkt. Die historischen und zeitgenössischen Regionalisierungsprozesse im geografischen und später politischen Europa zeigen allerdings, dass der Rahmen der traditionellen Nationalstaatsvorstellungen und einhergehenden Öffentlich- keitstheorien ausgeweitet werden muss.

Fasst man die Perspektive entsprechend breit, kann man einen Bogen kommunikationsgeschichtlicher Forschung aufspannen, der ein vormodernes Europa und seine Kommunikationsräume abbildet. Zu denken ist etwa an internationale Nachrichtenflüsse im 30-jährigen Krieg, an den Ausbau der Postvertriebswege sowie der Verbreitungsgebiete von Zeitungen, auch an revolutionäre Entwicklungen nach dem Wiener Kongress zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die transnationale Kommunikation und transnationalen Journalismus implizierDie mittel- und langfristige Entwicklung internationaler und transkultureller Kommunikation wird in der Kommu- nikationswissenschaft aus verschiedenen Perspektiven bearbeitet. Die Kommunikationsgeschichte verdankt der historischen Forschung, die unter den Labels „histoire croisée“ und „entangled history“ firmiert und auf Regional- wie Globalgeschichte blickt, theoretische und methodologische Anregungen, ist aber auch inspiriert von der vergleichenden Mediensystem- und Medienkulturforschung. Die Tagung macht diese Perspektiven in ihrer Vielfalt sichtbar. Kommunikations- und medienge- schichtliche sowie komparative und transkulturelle Zugänge sollen sich gegenseitig bereichern.

Donnerstag, 14. Januar 2016

19:00 Get Together
Hövels Hausbrauerei
Hoher Wall 5-7, 44137 Dortmund

 

Freitag, 15. Januar 2016

8:30 Anmeldung

9:00 Begrüßung
Grußworte der Stadt Dortmund und des Vereins zur Förderung der Zeitungsforschung in Dortmund e.V.
Carola Richter, Maria Löblich | FG Internationale und Interkulturelle Kommunikation sowie FG Kommunikationsgeschichte der DGPuK

9:45 90. Geburtstag des Instituts für Zeitungs- forschung der Stadt Dortmund
Eine Frage von Geschichte und Zeit. Überlegungen zu Vorteilen und Chancen der Medien Rudolf Stöber | Universität Bamberg

Medienentstehung in der Frühen Neuzeit – Zufall, Nutzen oder Planung? Holger Böning | Universität Bremen

11:15 Kaffeepause

11:30 Kommunikationsprozesse in Europa

Moderation: Indira Dupuis | FU Berlin

Universalismus in Übersetzung: Das transnationale Zeitschriftennetzwerk von Lettre internationale als publizistisches Modell für ein Europa der Überlappungen
Roman Léandre Schmidt | Sciences Po

Journalisten für Europa.
„Europajournalismus“ und europäische Integration in Westeuropa, 1958-1985
Martin Herzer | European University Institute

Europäische Öffentlichkeit früher und heute. Ansätze einer geschichts- und kommunikationswissenschaftlichen Zusammenarbeit
Dennis Lichtenstein | Universität Friedrichshafen Eva-Maria Holly | Universität Düsseldorf

Parallel zu diesem Panel: Sitzung des Vereins zur Förderung der Zeitungsforschung in Dortmund

13:00 Mittagessen (am Tagungsort)

14:00 Internationale politische Kommunikation

Moderation: Stefanie Averbeck-Lietz | Uni Bremen

Propaganda, Feindbeobachtung und Kommunikationsforschung in den USA und der Sowjetunion im Kalten Krieg
Benno Nietzel | Universität Bielefeld

Internationalisierung durch Amerikanisierung. Die Expansionsstrategie der International Communication Association (ICA)
Thomas Wiedemann, Michael Meyen |LMU München

Humanitäre Hilfsaktionen der Bundesrepublik Deutschland (1951-1991) als Medium internationaler Kommunikation. Vom „Signal der Menschlichkeit“ zur hegemonialen Demonstration. Patrick Merziger | Universität Leipzig

15:30 Verleihung des Nachwuchspreises der FG Kommunikationsgeschichte der DGPuK

Laudatio | Vortrag des Preisträgers

16:00 Kaffeepause

16:30 Transnationale Erinnerung

Moderation: Thomas Birkner | Universität Münster

Liberation or Doom’s Day? Public Memory of the End of the American War in Vietnam. Christina Sanko | Universität Bremen

Das Internet als Ort der Erinnerung
Christian Oggolder | Österreichische Akademie der Wissenschaften

Unsere Mütter, unsere Väter.
Zur Rolle von mediatisierten und nicht- mediatisierten Erinnerungen in Familien Christine Lohmeier | Universität Bremen

18:00 Mitgliederversammlung der FG Internationale und Interkulturelle Kommunikation sowie der FG Kommunikationsgeschichte der DGPuK

Studio B und Raum B 460

19:30 Abendessen

Restaurant Pfefferkorn
Hoher Wall 38, 44137 Dortmund

 

Samstag, 16. Januar 2016

9:00 Länderübergreifende Journalismusgeschichte
Moderation: Maria Löblich | FU Berlin

„Wir Weltstädter!“ Handlungs- und Deutungsmuster eines ‘neuen’ Journalisten am Fallbeispiel Hugo von Kupffer
Hendrik Michael | Universität Bamberg

Der Völkerbundjournalist – “ein neuer journalistischer Typus”: Transnationale Verflechtung von Journalismus und Öffentlichkeit im Kontext des Völkerbunds
Erik Koenen, Stefanie Averbeck-Lietz | Universität Bremen

Periodisierungen und transnationale Bezüge nationaler Pressegeschichte im Ländervergleich
Jürgen Wilke | Universität Mainz

10:30 Kaffeepause

11:00 Keynote

Transnationale Medien- und Kommunikationsgeschichte: Zugänge, Befunde und Grenzen eines boomenden Ansatzes
Frank Bösch | Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

12:00 Mittagessen

Restaurant Il Golfo, Rosental 12, 44135 Dortmund

13:45 Mediensysteme und Medienentwicklung
Moderation: Carola Richter | FU Berlin

Radio-Luxemburg – Privat und doch kein Pirat! Die duale Rundfunkkonkurrenz in Deutschland und Frankreich vor 1980
Katja Berg, Anna Jehle | Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Vom historischen Vergleich zu einer „Entangled Media History“: Überlegungen anhand einer Fall- studie zu Leipzig und Hamburg in den 50er Jahren Hans-Ulrich Wagner | Hans-Bredow-Institut

Die Notwendigkeit einer lokalen Differenzierung: Ungleichzeitigkeit als Faktor für die Medienwandelsforschung
Andre Dechert | Universität Augsburg

15:15 Tagungsende